Sodele, da bin ich mal wieder.
Ganz wichtig: Es ist immer noch kalt. Wollt ich nur erwähnt haben.
Am vergangenen Donnerstag war ich auf dem Markt der Beduinen in Be'er Sheva, zu dem sich hier jede Woche die Beduinen aus der Wüste Negev treffen. Die immer dichtere Besiedlung der Wüste schränkt die Lebensweise der Beduinen immer stärker ein. Die Regierung setzt wohl Anreize, dass die eigentlich als Nomaden lebendem Beduinen seßhaft werden, da sie ansonsten wohl zu sehr durch die Gärten der seßhaften Bevölkerung trampeln. So zumindest kam die Erklärung bei mir an.
Auf alle Fälle preisen sämtliche Reiseführer den Beduinenmarkt als Attraktion an. Also machte ich mich mit einer Karte von Beer Sheva bewaffnet auf, diesen ausfindig zu machen. Dies gelang mir dann auch, zugegebenermassen nicht auf dem direkten Weg, aber so hab ich Beer Sheva auch mal gesehn ;-) Als ich dann dort war, enttäuschte mich das Gesehene: Der Markt war auf zwei verschiedene Gebiete aufgeteilt: Auf einem Hügel verkauften Händler Lebensmittel, d.h. Tiere (Gänse, Hühner, ...) und Früchte. Ich hab mich leider nicht getraut, davon Fotos zu machen, da ich nicht wusste, wie die Verkäufer drauf reagieren. Diese waren tatsächlich so gekleidet wie man sie aus den Filmen kennt: Die Männer trugen rot-weiss-karierte Kopftücher, lange Gewänder, die Frauen waren komplett in Schwarz verschleiert. Der andere Teil des Markts war ein ganz normaler Flohmarkt, wie man ihn bei uns in Deutschland auch kennt - also auch nichts besonderes.
Aber dafür hab ich einen Riesenskandal aufgedeckt: Die Bundesregierung verbreitet ja das Gerücht, dass die Autos, die für die Abwrackprämie zurückgegeben werden, verschrottet werden. Das stimmt nur zur Hälfte. Die werden nach Be'er Sheva gebracht und dort zwischengelagert:
Könnte das bitte jemand an die Bild weitergeben, ich bin ihr neuer Leserreporter!
Die Israelis schauen ganz gern Fussball, die Bundesliga spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle (obwohl diesen Samstag wieder eine Aufzeichnung eines Spiels von Gladbach gebracht wurde): Neben englischer, spanischer und italienischer Liga bringen sie hier v.a. die Champions League. Und auch wenn ich nichts verstehe, bemerkte ich, dass in den israelischen Nachrichten v.a. der 1:0-Sieg von Liverpool bei Real Madrid besonderes Interesse fand. Das Tor wurde immer und immer wieder gezeigt und mittags erzählte mir Lior dann auch warum: Es wurde von einem israelischen Nationalspieler, Benayoun, erzielt - angeblich das wichtigste Ereignis der israelischen Fussballgeschichte. Naja, immerhin spielt ein Israeli bei einem englischen Verein in der Champions League - da haben wir Deutschen auch nur einen...
Benayoun hat seine Karriere bei Hapoel Be'er Sheva begonnen und von denen wollte ich mir an diesem Wochenende das Heimspiel anschauen, das gleichzeitig auch das Spitzenspiel der israelischen zweiten Liga war. Leider hatte ich mich im Tag geirrt und als ich mich am Samstag Richtung Stadion aufmachen wollte, stellte ich gerade noch fest, dass das Spiel am Tag vorher schon stattgefunden hatte. Dafür schaute ich mir die Wiederholung im Fernsehen an (Be'er Sheva hat 2:1 gewonnen).
Dann wurden diese Woche ernsthafte Anstregungen unternommen, dass ich mich mit dem Terminal Server an der Uni Augsburg verbinden kann, um auf die Daten dort zuzugreifen. Leider hatte sich der zuständige Mitarbeiter eine falsche IP aufgeschrieben. Daher erhielt ich folgende Rückfrage von ihm: "This ip 132.250.47.103 is American army?" - damit beobachtet mich wohl mittlerweile nicht nur der Mossad, sondern auch das amerikanische Militär...
Mittlerweile habe ich auch begonnen, Hebräisch zu lernen. Und zwar gibt es im Internet bei Wikibooks einen Kurs, zwar nur englisch - hebräisch, aber so lerne ich wenigstens beides ;-) Allerdings bin ich erst dabei, das hebräische Alphabet zu lernen - immerhin konnte ich aber gestern in der Kneipe schon die Namen der Mannschaften, zwischen denen das übertragende Fusballspiel stattfand, auf Hebräisch entziffern (war übrigens ein gutes Spiel zwischen A. Madrid und Barca).
Warum ich hier für meine Erziehung dankbar bin und - wie schon mal angekündigt - was ich mache, wenn mir mal langweilig ist, erzähl ich Euch beim nächsten Mal. Ach ja, der Film Doubt (auf deutsch Glaubensfrage) ist sehenswert!
In diesem Sinne: Stichtag für den großen Preis, Sonnabend in acht Tagen! Tschüüüüssss! (Mit Dank an Christoph für diese Idee zu den berühmten letzten Worten - bin für weitere dankbar)
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