Ok, die Überschrift ist ein bisschen hoch gegriffen, aber das wird alles noch.
Heute gibts nur langweiliges (und wieder mal keine Bilder). Dafür dauert es auch nicht lang :-)
Als erstes Mal die Schilderung meiner Pendelei von Tel Aviv an die Uni nach Beer Sheva. Um dorthin zu gelangen, muss ich zunächst ca. 15 min mit dem Bus fahren. An meinem ersten Morgen machte ich mich also einfach mal rechtzeitig auf den Weg zur Haltestelle - war nicht in der Lage, den hebräischen Fahrplan zu entziffern, um exakter zu planen. Beim Einsteigen sagte ich zum Fahrer "Merkaz" (das ist der Name der Haltestelle), er sah mich nur kurz verständnislos and und gab mir dann das Wechselgeld heraus [Exkurs Anfang: Hintergrund für das verständnislose Anschauen: Jede Fahrt kostet immer 5,50 Shekel (ca. 1,10 EUR), egal ob man 1 Station fährt oder eine Tour d'Aviv macht. Hab ich im Nachhinein rausgefunden. Und wenn wir schon bei Busfahr-Exkursen sind: Hier in Tel Aviv gibt es eine - wie ich finde ziemlich sinnvolle - Einrichtung: Neben dem "normalen" Linienverkehr fahren auf den gleichen Routen wie die grossen Linienbusse auch sog. Sheruts, die genauso viel kosten wie die Busse, aber an jedem Punkt an der Route auf Zuruf anhalten und auch aussteigen. Find ich klasse, wo ist die E-Mail-Adresse, an die man schreiben kann, dass so was in Deutschland eingefuehrt wird? Exkurs Ende]. Auf jeden Fall kamen wir dann am Tel Aviver Hauptbahnhof an - ich stieg bei der erste Möglichkeit aus, was sich als Fehler herausstellte, weil innerhalb des Parkplatzes noch eine weitere Haltestelle war. Aber man lernt nie aus - und die Leute, die später ausstiegen, waren auch nicht schneller am Bahnsteig. Nach Kauf der Fahrkarte fand ich auch sofort den Zug - hier war alles auf Englisch angeschreiben. Zudem war der Bahnhof auch nicht allzu gross, denn Zug fahren ist noch nicht allzu lange populär in Israel. Erst in den letzten Jahren wurde das Schienennetz deutlich ausgebaut - und die Regierung versucht, mit günstigen Preisen die Leute zum Umsteigen auf die Bahn zu bewegen. Als der Zug dann eintraf, stiegen erst mal fünf Minuten lang Leute aus dem Zug aus. Dennoch standen die Leute immer noch in den Gängen, als ich einstieg - allerdings waren noch Sitzplätze frei. Dieser Widerspruch löste sich dann an der nächsten Station, als die stehenden Passagiere ausstiegen - und fast niemand mehr im Zug war. Demnach fand ich auch einen angenehmen Sitzplatz mit Tisch - und konnte arbeiten. Oder aber Sudoku lösen, denn es lagen eine Menge kostenloser Zeitschriften rum (am nächsten Morgen nahm ich mir dann ein "frisches" Exemplar dieser Zeitschrift. Am Bahnsteig wollte mir dann ein Mann ein weiteres Exemplar in die Hand drücken, worauf ich ihm dankend ablehnend mein bereits erhaltenes Exemplar zeigte - im Zug stellte ich dann fest, dass es wohl zwei kostenlose Zeitungen gibt - und ich hatte ihm das Konkurrenzprodukt hingehalten ;-). Die Zugfahrt dauert nicht ganz 1,5 h, und in Be'er Sheva steigt man direkt an der Uni aus. Von daher ist das Pendeln ideal - vor allem, weil man wirklich in Ruhe was machen kann. Und wenn nicht arbeiten, dann die Sudoku-Rätsel in den kostenlosen Zeitschriften lösen :-)
In diesem Sinne: Why so serious, son?
Freitag, 27. März 2009
Montag, 23. März 2009
Die sechste Woche jetzt endlich und evtl. auch noch was anderes...
... ich hab den Überblick verloren, die wievielte Woche es jetzt ist - auf
alle Fälle hab ich neulich irgendwie auch mit Schrecken festgestellt, dass es nur ein bisschen mehr als drei Monate hier sind.
Also, ich bin umgezogen: Vom Zlotowski Dormitory Komplex (Haus 81, Apartment 145, hab links und rechts und unten noch ein paar Fotos eingefügt - das ist also noch das Wohnheim und nicht die neue Wohnung) in Beer Sheva auf Dizengoff (Nr. 3hundert irgendwas muss nochmal genau fragen, Apartment 6) in Tel Aviv. Die schlechten Nachr
ichten zuerst: Es ist teurer, ich habe keinen Fernseher und kein Reinigungspersonal mehr. Es ist weiter zur Uni und neben an ist eine Baustelle mit Presslufthammer. Gut, okay, ich weiss auch nicht mehr genau warum ich umgezogen bin...
Nein, mir gefällt es hier sehr gut, die Wohnung liegt - wie schon mal erwähnt - sehr gut und ist eigentlich auch ideal für eine Person. Aber bevor ich sie beschreibe (und es auch Fotos gibt - es gibt tatsächlich Leute, die schauen in diesem Blog nur die Bilder an), noch eine Erzählung über meinen Umzug.
Also, es begab sich am Freitag vor einer Woche, dass ich meine sieben Sachen in zwei Rollkoffern und drei Rucksäcken (ein grosser und zwei kleine) packte, und mich zu Fuß zum Bahnhof Be'er Sheva begab (Rollkoffer können auch wirklich praktisch sein). Bevor jetzt wieder Beileidskundgebungen en masse eintreffen, dass der arme Bub so lange so viel schleppen musste: w
aren nur ca. 600 m. Ich hatte zum Gehen auch ein ausgeklügeltes System erdacht, welches allerdings am Eingang zum Bahnhof auf seine Grenzen stiess: Zugfahren bedeutet nämlich in Israel die gleichen Sicherheitsvorkehrungen, wie sie ansonsten am Flughafen üblich sind. Also die Konstruktion auseinanderbauen und die Gepäckstücke einzeln durch das Röntgengerät. Natürlich sind bei derartigen Kontrollen auch Kontrolleure da, gleich vier Stück (ich war innerhalb 10 min der einzige, der kontrolliert wurde). Aber anstatt, dass sie einem dann mit dem Gepäck helfen würden, lachen sie einen noch aus (wobei sie dafür vom Chef angeschnauzt wurden,
hehe). Nachdem ich dann eine Fahrkarte gelöst hatte, ging die Gepäckschinderei aufgrund eines Drehkreuzes (bei dem auch das Ticket automatisch kontrolliert wurde) weiter - aber dies war - ausser einer Rolltreppe - das letzte Hindernis vor den Gleisen. Man sieht, so einfach kurz vor knapp aufs Gleis laufen oder Schwarzzufahren ist hier nicht. Das könnte man eigentlich in Deutschland auch mal machen.
Der Zug war entgegen meiner Erwartung ziemlich voll. Aber es war halt so viel wie bei uns Samstag vormittag und da reisen wohl immer noch einige von der Armee nachhause. Ich ergatterte lediglich noch einen Platz - vor der Toilette. Das witzige daran war, dass das Signal, ob die Toilette besetzt ist oder nicht, kaputt war. Somit kam ich mit einigen Leute ins Gespräch, da sie mich fragten, ob frei oder besetzt sei - im Grunde sind Israelis offene, freundliche Leute - so Leute wie die Kontrolleure oben gibt es wohl überall. Damit Ihr Euch ein Bild machen könnt, wie die Landschaft zwischen Beer Sheva (Wüste) und Tel Aviv (Meer) aussieht, ein paar Bilder (es gibt weder Wüste und weder Meer zu sehen - einfach nur ein Blick aus dem Fenster, wenn man Zug fährt):
Am Bahnhof Tel Aviv Center - Savidor (auch Merkaz) genannt, wählte ich den falschen Ausgang, so dass ich - man sei immer noch meiner Last durch das Gepäck eingedenk - einige Zeit mit der Suche nach einem Taxi verbrachte. Dieses brachte mich dann in die Zeharya Street, wo mich Nirit empfing und mir die Wohnung zeigte. Ich hab dann gleich mal ein paar Fotos gemacht - da so schön aufgeräumt war. Das sind die folgenden:






So, nachdem das Raufladen wieder ewig gedauert hat, wars das für heute - die Außenansicht der Wohnung, den Strand, das Meer und den Park gibt es beim nächsten Mal. In diesem Sinne: "Die Show muss weitergehn auf Wiedersehn"
alle Fälle hab ich neulich irgendwie auch mit Schrecken festgestellt, dass es nur ein bisschen mehr als drei Monate hier sind.Also, ich bin umgezogen: Vom Zlotowski Dormitory Komplex (Haus 81, Apartment 145, hab links und rechts und unten noch ein paar Fotos eingefügt - das ist also noch das Wohnheim und nicht die neue Wohnung) in Beer Sheva auf Dizengoff (Nr. 3hundert irgendwas muss nochmal genau fragen, Apartment 6) in Tel Aviv. Die schlechten Nachr
ichten zuerst: Es ist teurer, ich habe keinen Fernseher und kein Reinigungspersonal mehr. Es ist weiter zur Uni und neben an ist eine Baustelle mit Presslufthammer. Gut, okay, ich weiss auch nicht mehr genau warum ich umgezogen bin...Nein, mir gefällt es hier sehr gut, die Wohnung liegt - wie schon mal erwähnt - sehr gut und ist eigentlich auch ideal für eine Person. Aber bevor ich sie beschreibe (und es auch Fotos gibt - es gibt tatsächlich Leute, die schauen in diesem Blog nur die Bilder an), noch eine Erzählung über meinen Umzug.
Also, es begab sich am Freitag vor einer Woche, dass ich meine sieben Sachen in zwei Rollkoffern und drei Rucksäcken (ein grosser und zwei kleine) packte, und mich zu Fuß zum Bahnhof Be'er Sheva begab (Rollkoffer können auch wirklich praktisch sein). Bevor jetzt wieder Beileidskundgebungen en masse eintreffen, dass der arme Bub so lange so viel schleppen musste: w
aren nur ca. 600 m. Ich hatte zum Gehen auch ein ausgeklügeltes System erdacht, welches allerdings am Eingang zum Bahnhof auf seine Grenzen stiess: Zugfahren bedeutet nämlich in Israel die gleichen Sicherheitsvorkehrungen, wie sie ansonsten am Flughafen üblich sind. Also die Konstruktion auseinanderbauen und die Gepäckstücke einzeln durch das Röntgengerät. Natürlich sind bei derartigen Kontrollen auch Kontrolleure da, gleich vier Stück (ich war innerhalb 10 min der einzige, der kontrolliert wurde). Aber anstatt, dass sie einem dann mit dem Gepäck helfen würden, lachen sie einen noch aus (wobei sie dafür vom Chef angeschnauzt wurden,
hehe). Nachdem ich dann eine Fahrkarte gelöst hatte, ging die Gepäckschinderei aufgrund eines Drehkreuzes (bei dem auch das Ticket automatisch kontrolliert wurde) weiter - aber dies war - ausser einer Rolltreppe - das letzte Hindernis vor den Gleisen. Man sieht, so einfach kurz vor knapp aufs Gleis laufen oder Schwarzzufahren ist hier nicht. Das könnte man eigentlich in Deutschland auch mal machen.Der Zug war entgegen meiner Erwartung ziemlich voll. Aber es war halt so viel wie bei uns Samstag vormittag und da reisen wohl immer noch einige von der Armee nachhause. Ich ergatterte lediglich noch einen Platz - vor der Toilette. Das witzige daran war, dass das Signal, ob die Toilette besetzt ist oder nicht, kaputt war. Somit kam ich mit einigen Leute ins Gespräch, da sie mich fragten, ob frei oder besetzt sei - im Grunde sind Israelis offene, freundliche Leute - so Leute wie die Kontrolleure oben gibt es wohl überall. Damit Ihr Euch ein Bild machen könnt, wie die Landschaft zwischen Beer Sheva (Wüste) und Tel Aviv (Meer) aussieht, ein paar Bilder (es gibt weder Wüste und weder Meer zu sehen - einfach nur ein Blick aus dem Fenster, wenn man Zug fährt):
Am Bahnhof Tel Aviv Center - Savidor (auch Merkaz) genannt, wählte ich den falschen Ausgang, so dass ich - man sei immer noch meiner Last durch das Gepäck eingedenk - einige Zeit mit der Suche nach einem Taxi verbrachte. Dieses brachte mich dann in die Zeharya Street, wo mich Nirit empfing und mir die Wohnung zeigte. Ich hab dann gleich mal ein paar Fotos gemacht - da so schön aufgeräumt war. Das sind die folgenden:






So, nachdem das Raufladen wieder ewig gedauert hat, wars das für heute - die Außenansicht der Wohnung, den Strand, das Meer und den Park gibt es beim nächsten Mal. In diesem Sinne: "Die Show muss weitergehn auf Wiedersehn"
Dienstag, 10. März 2009
Die fünfte Woche und die sechste auch gleich...
Liebe Freude der gepflegten Unterhaltung,
heute erzaehle ich Euch von einer zwei weiteren Woche im Heiligen Land.
Eins gleich vorneweg: Ist nicht mehr kalt hier. Wollt ich nur erwaehnt haben. Und der Begriff "hier" ist auch nicht mehr so leicht einzugrenzen: Seit heute habe ich mein Domizil in Tel Aviv bezogen.
Aber schön der Reihe nach. Beim letzten Mal hab ich Euch ja erzaehlt, dass - um meine Forschung zu perfektionieren - erste Anstregungen unternommen wurden, dass ich auf die Daten an der Uni Augsburg zugreifen kann. Die hiesige EDV-Abteilung hat mir zu diesem Zweck einen Zugang ueber ein weiteres WLAN-Netz eingerichtet. Dieser hat leider nicht sofort funktioniert. Also hat sich Dimitri (das war auch der, der wohl versucht hat, eine Verbindung zur US Army herzustellen) intensiv mit meinem Notebook auseinandergesetzt, leider ohne Erfolg (zu seiner Verteidigung sei gesagt, dass er auch erst seit einem halben Jahr in dieser Position arbeitet). Aber er ist wohl gut vernetzt und so telefonierte er fleissig (auf Russisch), um meinem Problem Abhilfe zu schaffen. Letztendlich blieb dann aber nichts anderes übrig, als dass wir uns zum "Helpdesk" aufmachen mussten. Dieser ist am anderen Ende der Uni gelegen, also machten wir uns zu zweit auf den Weg dorthin. Dort angekommen, hat sich Dimitri mit einem Mann unterhalten, der ihm wohl ziemlich schnell klar gemacht hat, dass hier auch niemand Bescheid weiss, ihm eine Visitenkarte in die Hand gedrückt und gesagt hat, er solle später nochmal kommen. Dimitri (immer mit mir im Schlepptau) aber gab nicht auf und klopfte auf der gleichen Etage an drei Tueren, allerdings ohne Erfolg. Dann gingen wir wieder in die Richtung, aus der wir ursprünglich kamen und ich dachte, wir würden aufgeben. Falsch gedacht! Er oeffnete eine Stahltuer, und dann noch eine und wir waren ploetzlich nicht mehr in einer schoen ausstaffierten Uni, sondern eher in etwas, was einem Keller aehnelte. Und dort war dann auch ein Buero, wie ich es eigentlich ansonsten nur aus Filmen kenne: Die Regale in dem Raum waren komplett mit Computern, Monitoren, Druckern, Kabeln, Tastaturen und sonstigem Computerzubehör vollgestopft. In der Mitte des Raums stand ein Schreibtisch, auf dem ca. 1m hoch Papierstapel lagen. Ausser dem Papier hatte dann aber noch ein PC Platz, den ein Mann bediente, der offensichtlich hier sein Lebenswerk angesammelt hat. Er sprach mit Dimitri ebenfalls russisch und schaute sich dann auch mein Notebook an (dieses baute ich ausserhalb des Bueros im Gang auf - in dem Gang waren ebenfalls Schraenke und Regale komplett voll mit Computerzubehör). Erfolg hatte aber auch er keinen (ich hatte schon Angst, dass er jetzt mein Notebook nehmen und es in den Untiefen seines Bueros verschwinden lassen wuerde). Aber nein, die beiden nahmen jetzt die Sache gemeinsam in die Hand. Und so trotteten wir zu dritt wieder aus dem Kellerverlies heraus in ein weiteres Buero. Die dortige Dame konnte uns allerdings auch nicht weiterhelfen, empfahl uns aber, jemanden anzurufen. Zumindest interpretierte ich das Gespraech so, denn der 2. Russe (also nicht Dmitri) griff zum Telefon und sprach mit jemandem. Nach diesem Buero gingen wir dann wieder zurueck zum Helpdesk (ganz ehrlich: In Deutschland haette ich schon lange gesagt: Komm, lass mers gut sein - aber hier dachte ich mir: Das schau ich mir jetzt an!). Dort gab dann der gleiche Herr, der Dmitri zu Beginn unserer Erzaehlung ziemlich abgefertigt hat, nun bereitwillig Auskunft (Beziehungen muss man haben). Allerdings schickte er uns nun innerhalb des Helpdesks weiter. Der Mensch, zu dem wir dann kamen, gab - ungerührt vor seinem PC sitzend und uns nicht anschauend - wohl auch ein paar Tips, die dann auch an meinem Notebook umgesetze wurden. Der Erfolg blieb leider aus. Aber wer meint, dass Russen schnell aufgeben, der hat sich geirrt: Nun wurde wohl die letzte Trumpfkarte gezogen und wir machten - zu dritt durch die Heiligen Hallen der Ben Gurion University schreitend - den Mann ausfindig, der eigentlich hinter den drei Tueren sitzen sollte, an die Dmitri am Anfang unserer Erzaehlung geklopft hatte. Dieser sprach zu meiner Ueberraschung sogar deutsch (und war wohl auch kein Russe). Mit ihm - also zu viert (die Karawane zieht weiter, ...) - gingen wir wieder zurueck Richtung Helpdesk und nahmen auf einer Sitzgruppe davor Platz. Dort gesellte sich dann noch ein weiterer Kollege (oder was auch immer der war dazu) und die Vierergruppe (plus mich, aber ich war eher Beobachter) nahm sich meines Internetverbindungsproblems an. Jeder, der vorbeikam, fragte entweder, was wir fuer ein Problem hätten oder wurde gefragt, woran es liegen könnte, dass man sich nicht mit "WL_Guest" - so der Name des Netzwerks - verbinden könnte. Und tatsächlich, einer sagte dann im Vorbeigehen irgendwas, ein Haken in den Einstellungen des IE wurde entfernt - et voila, ich war online. Klingt effizient. In jedem Fall bin ich den beiden dankbar, dass sie sich dermassen meiner angenommen haben - weiss nicht, ob sie das haetten muessen. Aber nun hab ich keine Ausrede mehr, dass ich nicht alle Daten zum Forschen habe...
Kleiner geschichtlicher Ausflug: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kamen ca. 500.000 Russische Einwanderer nach Israel - bei 7 Mio. Gesamtbevoelkerung nicht unerheblich. Ihnen wird eine mangelnde Bereitschaft zur Anpassung vorgeworfen. So gibt es russische Tageszeitungen und russisches Fernsehen - was dem israelischen Grundgedanken widerspricht, dass jeder Einwanderer hebräisch lernen muss. In den letzten Wahlen hat diese Einwanderergruppe ueberwiegend rechts gewaehlt - hauptsaechlich die Partei von Lieberman. Das nur, warum so viele Russen hier unterwegs sind.
Dann muss ich mal ein paar Worte zur Sicherheitslage hier verlieren, weil ich danach immer wieder gefragt werde. Ich muss schon zugeben, dass man sich erst daran gewoehnen muss, sich immer geduckt und im Schutze von stabilen Mauern zu bewegen. Auch das Sprinten von Mauervorsprung zu Mauervorsprung, sobald die Heckenschuetzen mal nicht herschauen, stresst auf die Dauer. Zudem die Detonationen und die Einschussloecher in den Mauern - das alles ist anfangs ungewohnt. Aber man findet sich dann doch zurecht und lernt, damit umzugehen - und mir gehts daher den Umständen entsprechend gut. Schwachinn!!! Es war in Beer Sheva und ist auch hier in Tel Aviv komplett ruhig. Das einzige, was die Uni in Israel von der bspw. in Augsburg unterscheidet, ist die Einzäunung des Geländes und die Sicherheitskontrolle beim Betreten. Ansonsten kann man sich völlig frei bewegen und denkt eigentlich gar nicht an irgendwelche Gefahren.

Nachdem schon mehrfach mehr Fotos angemahnt wurden, möchte ich dem jetzt nachkommen. Zum einen ein paar Eindrücke vom Campus der Uni, auf dem Bild rechts sieht man im Hintergrund eine Cafeteria, wo es auch seeehr gute Sandwiches gibt (hab glaub ich im ersten Eintrag geschrieben, dass ich dort schon
gleich zu Beginn ein Sonnenbad genoss). Links ist der Vorplatz der Universität zu sehen, wenn man sie durch den Haupteingang betritt. Dann noch ein Bild, was ich auf meinem Ausflug zum Beduinenmarkt gemacht habe: In ganz Beer Sheva sind unterschiedlich bemalte Sofas aus Metall aufgestellt, analog wie man das in München mit den Löwen oder in Augsburg mit den Rhinoerzossen (ist das der korrekte Plural?) kennt. Weiss zwar nicht was Sofas mit Beer Sheva zu tun haben, aber wahrscheinlich waren Kamele zu aufwändig.

Dann bin ich noch ein paar Sachen schuldig.
Zum einen, weshalb ich für meine (zugegebenermassen auch nicht immer perfekte) Erziehung dankbar bin. Dafür gibt es zwei Beispiele: 1. Wie oft musste ich mir als kleiner Bub anhören: "Heb' die Füße an beim Gehen!" ohne wirklich den Sinn zu verstehen (immerhin ist die Schwerkraft ausnahmsweise mal nicht meine Schuld). Mittlerweile weiss ich warum; denn in Israel sind die Eltern wohl nicht so unnachgiebig in dieser Frage, so dass vor allem Männer sich schon lange bevor ihrem Erscheinen mit einem intensiven Schlurfschlurfschlurf ankündigen - das wirklich auf die Nerven gehen kann. Wobei ich auch die Erklärung - oder Erläuterung - dafür habe: Gerade in der Wüste verbreitet sich rasch eine Schicht ganz feiner Staub in der ganzen Wohnung, also auch auf dem Boden. Wenn dann die Kinder ihre Füße nicht anheben, sondern schlurfen, nehmen sie mehr von dem Sand mit - und es muss weniger Boden gewischt werden... 2. Das dauert jetzt nicht so lange: Danke, Mama, mir beigebracht zu haben, dass man sich wieder vollständig bekleidet, wenn man auf der Toilette war. hier sind mir schon mehrfach Männer auf dem Gang der Uni begegnet, die gerade aus der Toilette kamen und dabei waren, die Knöpfe ihrer Hose zuzumachen.
Zum anderen wollte ich Euch zeigen, was rauskommt, wenn mir langweilig ist: Dann verewige ich eines der besten Werke eines bayerischen Barden auf youtube...
Oder aber ich gehe - wie es meinem Alter angemessen ist - in die Disco, die heisst in Beer Sheva Forum und ist angeblich die drittbeste in Israel. Da sie etwas ausserhalb ist, machte ich mich mit dem Taxi auf den Weg. Dort angekommen, wurde ich an der Tür erst mal zur Seite gebeten, da die Türsteherin kein Englisch sprach. Der Mensch, der dann des Englischen mächtig war, fragte mich - und ich schwöre, er tat es wirklich - nach meinem Alter. Zunächst starrte ich ihn ungläubig an und dann fiel ich ihm schluchzend in die Arme, dankte ihm, fragte ihn, was er trinken möchte... Ok, nein tat ich nicht, aber ich nannte ihm mein Alter, welches er tatsächlich in meinem Pass übeprüfte!!! Der Abend begann gut. Und blieb auch gut - so gut halt ne verrauchte Disco sein kann. Zu allem Überfluß spielten sie auch noch Techno/Dancefloor, was ja mal ne Stunde ganz ok ist, aber nicht die ganze Zeit. Leider spielten sie - wahrscheinlich wegen der einseitigen Musik-Ausrichtung - auch nix von den Ärzten... Naja, jetzt hab ich halt mal ne israelische Disco gesehen - so viel Unterschied ist nicht zu ner deutschen, ausser, dass mehr Leute tanzen und weniger um die Tanzfläche rumstehen und dumm schauen.
So, mehr zu meiner neuen Wohnung - dann auch wieder mit mehr Bildern gibt es demnächst!
In diesem Sinne (erst raten, dann klicken!)
Dab da da dab da da da,
ja das war's für heut'.
Dum dum dum dum da du da da,
darum Schluss für heut'.
Hat's dir nicht gefall'n,
dann bohr' dir doch ein Loch ins Knie.
Denn manchen kann man's recht oft tun,
doch allen eben nie.
Sing und schwing das Bein,
lass die Sorgen Sorgen sein,
schaltet wieder ein,
zum nächsten XXX-Spaß
heute erzaehle ich Euch von einer zwei weiteren Woche im Heiligen Land.
Eins gleich vorneweg: Ist nicht mehr kalt hier. Wollt ich nur erwaehnt haben. Und der Begriff "hier" ist auch nicht mehr so leicht einzugrenzen: Seit heute habe ich mein Domizil in Tel Aviv bezogen.
Aber schön der Reihe nach. Beim letzten Mal hab ich Euch ja erzaehlt, dass - um meine Forschung zu perfektionieren - erste Anstregungen unternommen wurden, dass ich auf die Daten an der Uni Augsburg zugreifen kann. Die hiesige EDV-Abteilung hat mir zu diesem Zweck einen Zugang ueber ein weiteres WLAN-Netz eingerichtet. Dieser hat leider nicht sofort funktioniert. Also hat sich Dimitri (das war auch der, der wohl versucht hat, eine Verbindung zur US Army herzustellen) intensiv mit meinem Notebook auseinandergesetzt, leider ohne Erfolg (zu seiner Verteidigung sei gesagt, dass er auch erst seit einem halben Jahr in dieser Position arbeitet). Aber er ist wohl gut vernetzt und so telefonierte er fleissig (auf Russisch), um meinem Problem Abhilfe zu schaffen. Letztendlich blieb dann aber nichts anderes übrig, als dass wir uns zum "Helpdesk" aufmachen mussten. Dieser ist am anderen Ende der Uni gelegen, also machten wir uns zu zweit auf den Weg dorthin. Dort angekommen, hat sich Dimitri mit einem Mann unterhalten, der ihm wohl ziemlich schnell klar gemacht hat, dass hier auch niemand Bescheid weiss, ihm eine Visitenkarte in die Hand gedrückt und gesagt hat, er solle später nochmal kommen. Dimitri (immer mit mir im Schlepptau) aber gab nicht auf und klopfte auf der gleichen Etage an drei Tueren, allerdings ohne Erfolg. Dann gingen wir wieder in die Richtung, aus der wir ursprünglich kamen und ich dachte, wir würden aufgeben. Falsch gedacht! Er oeffnete eine Stahltuer, und dann noch eine und wir waren ploetzlich nicht mehr in einer schoen ausstaffierten Uni, sondern eher in etwas, was einem Keller aehnelte. Und dort war dann auch ein Buero, wie ich es eigentlich ansonsten nur aus Filmen kenne: Die Regale in dem Raum waren komplett mit Computern, Monitoren, Druckern, Kabeln, Tastaturen und sonstigem Computerzubehör vollgestopft. In der Mitte des Raums stand ein Schreibtisch, auf dem ca. 1m hoch Papierstapel lagen. Ausser dem Papier hatte dann aber noch ein PC Platz, den ein Mann bediente, der offensichtlich hier sein Lebenswerk angesammelt hat. Er sprach mit Dimitri ebenfalls russisch und schaute sich dann auch mein Notebook an (dieses baute ich ausserhalb des Bueros im Gang auf - in dem Gang waren ebenfalls Schraenke und Regale komplett voll mit Computerzubehör). Erfolg hatte aber auch er keinen (ich hatte schon Angst, dass er jetzt mein Notebook nehmen und es in den Untiefen seines Bueros verschwinden lassen wuerde). Aber nein, die beiden nahmen jetzt die Sache gemeinsam in die Hand. Und so trotteten wir zu dritt wieder aus dem Kellerverlies heraus in ein weiteres Buero. Die dortige Dame konnte uns allerdings auch nicht weiterhelfen, empfahl uns aber, jemanden anzurufen. Zumindest interpretierte ich das Gespraech so, denn der 2. Russe (also nicht Dmitri) griff zum Telefon und sprach mit jemandem. Nach diesem Buero gingen wir dann wieder zurueck zum Helpdesk (ganz ehrlich: In Deutschland haette ich schon lange gesagt: Komm, lass mers gut sein - aber hier dachte ich mir: Das schau ich mir jetzt an!). Dort gab dann der gleiche Herr, der Dmitri zu Beginn unserer Erzaehlung ziemlich abgefertigt hat, nun bereitwillig Auskunft (Beziehungen muss man haben). Allerdings schickte er uns nun innerhalb des Helpdesks weiter. Der Mensch, zu dem wir dann kamen, gab - ungerührt vor seinem PC sitzend und uns nicht anschauend - wohl auch ein paar Tips, die dann auch an meinem Notebook umgesetze wurden. Der Erfolg blieb leider aus. Aber wer meint, dass Russen schnell aufgeben, der hat sich geirrt: Nun wurde wohl die letzte Trumpfkarte gezogen und wir machten - zu dritt durch die Heiligen Hallen der Ben Gurion University schreitend - den Mann ausfindig, der eigentlich hinter den drei Tueren sitzen sollte, an die Dmitri am Anfang unserer Erzaehlung geklopft hatte. Dieser sprach zu meiner Ueberraschung sogar deutsch (und war wohl auch kein Russe). Mit ihm - also zu viert (die Karawane zieht weiter, ...) - gingen wir wieder zurueck Richtung Helpdesk und nahmen auf einer Sitzgruppe davor Platz. Dort gesellte sich dann noch ein weiterer Kollege (oder was auch immer der war dazu) und die Vierergruppe (plus mich, aber ich war eher Beobachter) nahm sich meines Internetverbindungsproblems an. Jeder, der vorbeikam, fragte entweder, was wir fuer ein Problem hätten oder wurde gefragt, woran es liegen könnte, dass man sich nicht mit "WL_Guest" - so der Name des Netzwerks - verbinden könnte. Und tatsächlich, einer sagte dann im Vorbeigehen irgendwas, ein Haken in den Einstellungen des IE wurde entfernt - et voila, ich war online. Klingt effizient. In jedem Fall bin ich den beiden dankbar, dass sie sich dermassen meiner angenommen haben - weiss nicht, ob sie das haetten muessen. Aber nun hab ich keine Ausrede mehr, dass ich nicht alle Daten zum Forschen habe...
Kleiner geschichtlicher Ausflug: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kamen ca. 500.000 Russische Einwanderer nach Israel - bei 7 Mio. Gesamtbevoelkerung nicht unerheblich. Ihnen wird eine mangelnde Bereitschaft zur Anpassung vorgeworfen. So gibt es russische Tageszeitungen und russisches Fernsehen - was dem israelischen Grundgedanken widerspricht, dass jeder Einwanderer hebräisch lernen muss. In den letzten Wahlen hat diese Einwanderergruppe ueberwiegend rechts gewaehlt - hauptsaechlich die Partei von Lieberman. Das nur, warum so viele Russen hier unterwegs sind.
Dann muss ich mal ein paar Worte zur Sicherheitslage hier verlieren, weil ich danach immer wieder gefragt werde. Ich muss schon zugeben, dass man sich erst daran gewoehnen muss, sich immer geduckt und im Schutze von stabilen Mauern zu bewegen. Auch das Sprinten von Mauervorsprung zu Mauervorsprung, sobald die Heckenschuetzen mal nicht herschauen, stresst auf die Dauer. Zudem die Detonationen und die Einschussloecher in den Mauern - das alles ist anfangs ungewohnt. Aber man findet sich dann doch zurecht und lernt, damit umzugehen - und mir gehts daher den Umständen entsprechend gut. Schwachinn!!! Es war in Beer Sheva und ist auch hier in Tel Aviv komplett ruhig. Das einzige, was die Uni in Israel von der bspw. in Augsburg unterscheidet, ist die Einzäunung des Geländes und die Sicherheitskontrolle beim Betreten. Ansonsten kann man sich völlig frei bewegen und denkt eigentlich gar nicht an irgendwelche Gefahren.
Nachdem schon mehrfach mehr Fotos angemahnt wurden, möchte ich dem jetzt nachkommen. Zum einen ein paar Eindrücke vom Campus der Uni, auf dem Bild rechts sieht man im Hintergrund eine Cafeteria, wo es auch seeehr gute Sandwiches gibt (hab glaub ich im ersten Eintrag geschrieben, dass ich dort schon
Dann bin ich noch ein paar Sachen schuldig.
Zum einen, weshalb ich für meine (zugegebenermassen auch nicht immer perfekte) Erziehung dankbar bin. Dafür gibt es zwei Beispiele: 1. Wie oft musste ich mir als kleiner Bub anhören: "Heb' die Füße an beim Gehen!" ohne wirklich den Sinn zu verstehen (immerhin ist die Schwerkraft ausnahmsweise mal nicht meine Schuld). Mittlerweile weiss ich warum; denn in Israel sind die Eltern wohl nicht so unnachgiebig in dieser Frage, so dass vor allem Männer sich schon lange bevor ihrem Erscheinen mit einem intensiven Schlurfschlurfschlurf ankündigen - das wirklich auf die Nerven gehen kann. Wobei ich auch die Erklärung - oder Erläuterung - dafür habe: Gerade in der Wüste verbreitet sich rasch eine Schicht ganz feiner Staub in der ganzen Wohnung, also auch auf dem Boden. Wenn dann die Kinder ihre Füße nicht anheben, sondern schlurfen, nehmen sie mehr von dem Sand mit - und es muss weniger Boden gewischt werden... 2. Das dauert jetzt nicht so lange: Danke, Mama, mir beigebracht zu haben, dass man sich wieder vollständig bekleidet, wenn man auf der Toilette war. hier sind mir schon mehrfach Männer auf dem Gang der Uni begegnet, die gerade aus der Toilette kamen und dabei waren, die Knöpfe ihrer Hose zuzumachen.
Zum anderen wollte ich Euch zeigen, was rauskommt, wenn mir langweilig ist: Dann verewige ich eines der besten Werke eines bayerischen Barden auf youtube...
Oder aber ich gehe - wie es meinem Alter angemessen ist - in die Disco, die heisst in Beer Sheva Forum und ist angeblich die drittbeste in Israel. Da sie etwas ausserhalb ist, machte ich mich mit dem Taxi auf den Weg. Dort angekommen, wurde ich an der Tür erst mal zur Seite gebeten, da die Türsteherin kein Englisch sprach. Der Mensch, der dann des Englischen mächtig war, fragte mich - und ich schwöre, er tat es wirklich - nach meinem Alter. Zunächst starrte ich ihn ungläubig an und dann fiel ich ihm schluchzend in die Arme, dankte ihm, fragte ihn, was er trinken möchte... Ok, nein tat ich nicht, aber ich nannte ihm mein Alter, welches er tatsächlich in meinem Pass übeprüfte!!! Der Abend begann gut. Und blieb auch gut - so gut halt ne verrauchte Disco sein kann. Zu allem Überfluß spielten sie auch noch Techno/Dancefloor, was ja mal ne Stunde ganz ok ist, aber nicht die ganze Zeit. Leider spielten sie - wahrscheinlich wegen der einseitigen Musik-Ausrichtung - auch nix von den Ärzten... Naja, jetzt hab ich halt mal ne israelische Disco gesehen - so viel Unterschied ist nicht zu ner deutschen, ausser, dass mehr Leute tanzen und weniger um die Tanzfläche rumstehen und dumm schauen.
So, mehr zu meiner neuen Wohnung - dann auch wieder mit mehr Bildern gibt es demnächst!
In diesem Sinne (erst raten, dann klicken!)
Dab da da dab da da da,
ja das war's für heut'.
Dum dum dum dum da du da da,
darum Schluss für heut'.
Hat's dir nicht gefall'n,
dann bohr' dir doch ein Loch ins Knie.
Denn manchen kann man's recht oft tun,
doch allen eben nie.
Sing und schwing das Bein,
lass die Sorgen Sorgen sein,
schaltet wieder ein,
zum nächsten XXX-Spaß
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