Dienstag, 30. Juni 2009
Die Woche der Rückkehr...
Gibt nicht viel zu sagen, ausser dass es eine gute Zeit war, ich jederzeit wieder herkommen würde, aber jetzt doch mal wieder froh bin, heim zu kommen.
In diesem Sinne: Schönen Gruß und auf Wiedersehen!
Oder auch: Dahoam is Dahoam...
Donnerstag, 25. Juni 2009
Die letzte Woche...
Danach ging ich nochmals in die Altstadt, noch ein paar Sehenswürdigkeit abklappern. Zum Beispiel in der Dormitio-Kirche, am Grab Davids oder im Abendmahlsaal, alles am Zionsberg. Übernachtet hab ich dieses Mal auch in der Altstadt, im österreichischen Hospiz. Sehr zu empfehlen, günstig, schöne Zimmer, gute Lage, aber auch wg. des herrlichen Ausblicks:
Auch von der Dachterrasse kann man Jerusalem bewundern:
Am nächsten Tag holte ich noch den Besuch einer zentralen Station in Jerusalem nach: Der Tempelberg. Ich war so früh als möglich beim einzigen Zugang für Touristen, dem Magreb Tor. Dessen Zugang liegt im Bereich der Klagemauer und ist ebenso miltärisch abgesichert, inkl. Gepäckkontrolle.
Oben auf dem Tempelberg war es dann angenehm ruhig. Auf dem weitläufigen Gelände verloren sich an diesem Morgen nur einzelne Muslime und Touristen. Da der Zugang sowohl zur Al-Aqsa-Moschee als auch zum Felsendom für Nicht-Muslime derzeit nicht gestattet, kann man diese derzeit nur von außen bewundern. Gerade letzterer ist aber wirklich bewundernswert:
Danach streifte ich noch durch die Straßen Jerusalems und schaute auch noch ein weiteres Mal an der Grabeskirche vorbei. Und siehe da: Die Leiter war weg! Aber sie sollte mich weiter verfolgen. Entweder wurde sie nur ca. 15 m weiterverfrachtet und liegt jetzt im Aufgang zum Golgathafelsen innerhalb der Grabeskirche:
Oder aber - und das wurde mir erst im Nachhinein klar - die Leiter wurde am Felsendom gebraucht:
Auf meinem Rückweg zur Busstation war ich dann noch am Gartengrab, dem Ort, wo v.a. die anglikanische das Grab Jesu vermutet.
Tja, und dann ging es zurück nach Tel Aviv.
Sonntag, 21. Juni 2009
Die letzten Wochen...
In diesem Sinne: Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben...
Die Pilgerwoche, Part 3
In Jericho sahen wir zum Einen den Baum, auf dem der Zöllner Zachäus angeblich saß. Zudem gibt es dort eine der ältesten Mauern der Welt, die auf ca. 8000 v. Chr. datiert werden, also wohl ca. 10.000 Jahre alt sind:
Ach ja, gegessen haben wir in Jericho auch. Schön touristisch, wobei das Lokal so gut wie leer ist. Die Intifada und die Besetzung des Westjordanlands führten eben nicht gerade zu höherer Attraktivität.
Von Jericho ging es weiter hinunter ans Tote Meer, dort bogen wir nach rechts ab um 1200 Höhenmeter zu überwinden, nach Jerusalem hinauf.
In Jerusalem fuhren wir zunächst auf den Ölberg hinauf. Dort feierten wir - stilvoll mit Palmwedeln - mit einem Gottesdienst in der Kirche Dominus flevit (für Insider: Hilft halt, wenn man Latein kann, gell? ;-) den Einzug Jesu in Jerusalem.
Nach dem Gottesdienst ging es noch in die Himmelfahrtskapelle und in die Paternosterkirche. Während in ersterer der Fussabdruck zu sehen ist, von dem Jesus in den Himmel aufgefahren sein soll, schmücken Versionen des Vater unsers in vielen verschiedenen Sprachen die Wände letzterer. Darunter plattdeutsch. Aber bayerisch gibts wieder nicht...
Danach brachte der Bus uns ins neue Hotel. Für mich endete die Pilgerfahrt dort, da ich ja das meiste von Jerusalem schon mal gesehen hatte und ja auch noch was tun wollte. Mama sowie die anderen verbrachten noch ein paar Tage in Jerusalem, machten aber auch noch ein paar Ausflüge, u.a. ans Tote Meer und nach Bethlehem. Ich hingegen kehrte mit dem Bus zurück nach Tel Aviv.
Aber schee war's scho, gell?
In diesem Sinne: Bayern, des samma mia...
Die Pilgerwoche, Part 2
Aber mit dem Fanggerät konnte das nichts werden...
Zum Abschluss des Tages besichtigten wir noch ein Boot, das wahrscheinlich aus der Zeit Jesu stammt und im Schlamm konserviert wurde:
Das Museum, in welchem das Boot ausgestellt ist, ist gleich bei dem Hotel, in dem wir übernachteten.
Dafür bekamen wir an dem Nachmittag frei...
In diesem Sinne: In the year of '39 assembled here the volunteers...
Die Pilgerwoche
Die Kirche der Seligpreisungen hat Mussolini bauen. Auch seltsam. Dafür tun immer noch zwei italienische Nonnen ihren Dienst da oben. Und lassen es einen wissen, wenn man zu wenig gespendet hat ;-)
Vom Berg der Seligpreisungen ging es nach Tabgha ans Seeufer hinunter. Dort besichtigten wir die Primatskirche/Primatskapelle. Danach marschierten wir - wiederum zu Fuß, war garn icht mal so kühl um die Mittagszeit rum - Richtung Kapernaum, wo wir nach einem touristischen Essen (dieses Mal im Gegensatz zu Nazaret auch ein wenig teurer) die Synagoge und das Petrushaus sahen - ok von letzterem hab ich kein Foto...:
Dann ging es wieder nach Tabgha zur Brotvermehrungskirche. und wir feierten einen verwindeten, aber dennoch - nicht nur aufgrund der schönen Örtlichkeit - interessanten Gottesdienst.
Samstag, 20. Juni 2009
Die Woche des Herrn...
Ja, und am Tag darauf kamen dann meine Mama sowie mein Onkel und meine Tante am Flughafen Tel Aviv an. Sie hatten über die KAB Surberg eine 10tägige Pilgerreise in Israel gebucht. Ich traf mich mit Ihnen am Flughafen und konnte 5 Tage mit Ihnen verbringen.
Vom Flughafen fuhren wir dann noch auf den Berg Karmel, wo - es war ja schließlich Pfingstsonntag - gleich der erste Gottesdienst stattfand. Ansonsten ging es an dem Tag dann nur noch ins Kibbuz-Hotel Ginosar. Zu Beginn buchte ich ein Zimmer für den regulären Preis - der war wirklich heftig. Aber am nächsten Tag konnte ich dann den reduzierten Preis der Reisegesellschaft Amiel geniessen - der dann wirklich ok war. Das Hotel war sehr schön, direkt am See gelegen. Frühstück und Abendessen waren sehr gut - alles immer frisch und abwechslungsreich.
Der Wasserstand des See Genesareth liegt derzeit 5 m unter seinem normalen Stand - eine Folge des Wassermangels. Dies kann man an folgendem Bild sehen - vermutlich sollte der abgebildete Steg normalerweise auf Höhe des Wassers bzw. max 1m drüber sein...
Und um es kurz zu machen: Ja, ich war mit einer deutschen touristischen Gruppe von Pilgern unterwegs - und mir hat es gefallen. Das touristische Verhalten - ein Bus fährt vor einer Sehenswürdigkeit vor, man schaut sich diese an, fotografiert sie, kauft danach noch Souvenirs, isst bei Bedarf noch was und steigt dann wieder in den Bus ein - wurde durch die interessanten Vorträgen von Karen - unserer schwäbisch-israelischen Reiseleiterin - und von Herrn Weihbischof Dr. Berhnhard Haßlberger sehr erträglich gestaltet. Zum einen kam man immer wieder zur Ruhe, zum anderen war gerade das, was Weihbischof Haßlberger erzählte, sehr interessant: Er zeigte Aspekte an Texten aus dem neuen Testament auf, die mir so bislang nicht bewusst waren. Und das galt sowohl für die Gottesdienste (jeden Tag einer! ;-) als auch für seine Erzählungen zwischendurch.
Tags drauf, also am Pfingstmontag, ging es dann am Morgen nach Nazaret. Zunächst erzählte uns Karen was über das Verhältnis zwischen Christen und Nicht-Christen dort, was wohl nicht immer ganz einfach ist, aber auch nicht zu größeren Auseinandersetzungen führt. Zunächst sahen wir uns dann den Marienbrunnen in der Gabrielskirche an. Diese wurde dort erbaut, wo die orthodoxe Kirche glaubt, dass der Engel Gabriel Maria ankündigte, dass sie den Sohn Gottes gebären soll.
Als anständige Katholiken wissen wir natürlich, dass die Verkündigung eben an der Stelle stattfand, wo auch die Verkündigungsbasilika steht. Dort feierten wir den Pfingstmontagsgottesdienst.
Danach gingen wir noch zur Kirche des Hl. Joseph. In deren "Keller" liegt die Werkstatt des Joseph. Was viele dieser Kirchen gemeinsam haben, dass an den Stellen im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ein Update erfolgte, sprich immer wieder Kirchen an den Stellen errichtet wurden, wo auch vorher schon Kirchen waren. Die letzte Weller dieser Neubauten war im 20. Jhdt, so dass die Kirchen alle relativ modern sind. So also auch bei die des Joseph. Im Untergewölbe sind drei Glasfenster mit drei Stationen aus dem Leben des Hl. Joseph. Vom zeitlichen Ablauf rückwärts gesehen stellen diese dar: Joseph auf dem Sterbebett, die Hochzeit zwischen Joseph und Maria und das im folgenden abgebildete: Die Zweifel des Joseph.
Dieses zeigt einen eben zweifelnden Joseph, weil es ihm natürlich unnatürlich vorkommt, dass seine Freundin ohne sein Zutun schwanger ist. Kommentar meines Onkels: "Do daad i aa zweifehn."
Dann ging es zu einem richtig touristischen Mittagsessen: Der ganze Bus fällt in ein arabisches Lokal ein, die meisten essen Falafel (ausser meinem Onkel), der Bus fällt wieder aus. Vor dem Lokal konnten wir dann folgenden Anblick der Verkündigungskirche geniessen:
In diesem Sinne:
Bei der Hochzeit zu Kanaan,
schleppt der Wirt die leeren Kanna an
Jetzt, Jesus, zoag wos'd' konnst,
dann kriagst an Schoppn Wein umsonst
Freitag, 19. Juni 2009
Ein siebter Teil einer Woche im Osten
So fahren wir bei Jerusalem ueber die Grenze und dann wieder Richtung Süden nach Hebron. Die Gegend ist äußerst karg, Hebron liegt fast schon auf der Höhe von Be'er Sheva. Die Menschen wohnen - natürlich ganz anders. Es gibt keinen Tisch, keine Couch, wir sitzen am Boden. An den Wänden hängen arabische Texte, religiöse Bilder und eine Stickerei, die eine Maschinenpistole sowie eine palästinensische Fahne und einen Verweis auf das Jahr 1993 zeigt. Hab mich nicht getraut, nachzufragen. Die Frauen tragen sämtlich Kopftuch und nehmen das auch sehr ernst - als sie es abgelegt hatten, da sie in der Kueche das Essen vorbereiteten, und Michael als einziger Mann in die Kueche ging, um Aufnahmen zu machen, sprangen sie wie von der Tarantel gestochen auf, suchten rasch die Kopftuecher und legten diese an. Beim Essen sitzen Maenner und Frauen getrennt - die Maenner essen auf dem Boden im Wohnzimmer, die Frauen in der Kueche. Ausnahmen sind Nirit als Ehrengast und - so wie ich das verstanden habe ausnahmsweise an dem Tag - die Mutter. Aber das Essen ist äußerst gut und sehr reichlich. Alle Muetter weltweit scheinen gemeinsam zu haben, dass sie Gaesten drei Mal Nachschlag "aufzwingen" ;-). Nachdem die Soehne jetzt nicht mehr auf Baustellen in Israel arbeiten koennen, haben sie eine Huehnerzucht aufgemacht, um die Eier zu verkaufen - der Preis, den sie dafuer kriegen, ist im Vergleich zu dem in Israel oder Europa laecherlich. Aber sobald Frieden im Nahen Osten gesichert ist - go Obama go - sollten wir uns da unten gleich - neben der Gleichberechtigung von Frauen - auch mal für Tierschutz einsetzen: Die Hühner leben schon sehr legebatteriemäßig...
Aber das wichtigste: Die Menschen sind aussergewöhnlich nett und auch sehr weltoffen. Keine Spur davon, dass sie die westliche Lebensweise hassen würden: Meine Sonnenbrille war ein sehr begehrtes Objekt an dem Tag. Und auch die Frauen machen - trotz der Trennung beim Essen - keinen "unterdrückten" Eindruck: Die Schwestern ziehen ihre Brüder genauso auf wie umgekehrt; die Mutter macht Witze - und ihr Mann lacht über diese so ehrlich, wie ich nie einen Ehemann hier in Deutschland über Scherze seiner Frau lachen sehen habe...
Abends gingen wir dann noch in einen Vergnügungspark, wenn man bös ist, ein wenig kitsching; Aber der Besitzer halt alles mit seinen eigenen Händen selbst gebaut. So wie überall im Westjordanland ist aber der Tourismus eher schwach; so dass auch in dem Park nur wenige Besucher waren. Kurz bevor wir wieder zum Haus der Familie zurückkehren und von dort aus nach Tel Aviv heimfahren wollten, erhielt Djibril einen Anruf: Auf der Strasse zu ihrem Haus haben israelische Besatzungsmächte einen Kontrollposten eingerichtet; die Frage, wie wir diesen umgehen können, bestimmt die Rückfahrt zum Haus und die anschliessende Diskussion im Wohnzimmer. Nachdem wir zum Schluss kommen, dass ein Auto mit israelischem Kennzeichen eh nicht angehalten wird und Nirit ja einen guten Grund hatte, hier zu sein, brechen wir wieder Richtung Tel Aviv auf. Tatsächlich werden wir nicht angehalten. Allerdings werden wir an der Grenze gebeten, aus dem Wagen auszusteigen. Dieser wird komplett gefilzt und auch unser Gepäck wird - wie am Flughafen - untersucht. Michael wird ein wenig eingehender befragt, da er Israeli ist - aber er kommt durch. Was ich schon bemerkenswert finde: Israel hat ein Militärbudget von 7,5 Mrd. US-$ (=7,3% des BIP) - aber die Grenzkontrollen werden von einer Privatfirma (!) organisiert. Was macht das ganze Militär dann eigentlich?
So ging also die Reise ins Westjordanland zu Ende. In diesem Sinne: There must be another way...
Donnerstag, 18. Juni 2009
Die Woche eines weiteren Besuchs
Bevor wir Samstag dann nach Jerusalem fuhren. Wir machten nochmal die gleiche Tour, die ich mit Thomas gemacht hatte – aber die Stadt fasziniert auch beim xten Mal noch:
Und da ich mittlerweile auch die Sherut-Haltestelle kannte, war auch die Rückfahrt nicht so aufregend wie schon mal.
Am Sonntag ging es dann mit einem Mietwagen Richtung Caesarea und Akko weiter. Caesarea hatten wir ja auch schon mal, aber Akko nur kurz. Daher dies ein wenig ausführlicher. Grundsätzlich: Akko ist interessant. Wie an vielen anderen Stellen in Israel sind sie auch hier grade erst dabei, alte Ruinen auszugraben. Vielleicht deswegen sind sie so ganz fertig mit der touristischen Erschließung, will sagen: Man findet noch nix. Eingänge sind hinter Bauzäunen versteckt und das wirklich bemühte Personal gibt Wegbeschreibungen, die auch nicht viel weiterhelfen. Wo aber noch besonders viel Potenzial drinsteckt, ist die Audioführung in der Festung Akkos. Auch das, was einem der Mensch im Ohr erzählt, ist interessant – wenn man denn weiss, worauf er sich bezieht. Aber das ist schwierig herauszufinden, weil die Nummern, die er angibt, 1. nicht fortlaufend nebeneinander anzufinden sind und 2. er nie sagt wo man hinschauen soll. Und dabei haben die Israeli in Masada gezeigt, dass sie echt gute Audioführungen machen können... Zudem wird in allen Reiseführerern die Karawanserei angepriesen - was aber einfach ein verlassenes Gebäude ist, wo zwischen den Steinplatten das Gras wuchert und man 0,0 Informationen erhält. Aber genug gemault, noch ein paar Fotos zum versöhnlichen Abschluss, von der Festung, von der Al Jazzar Moschee und von der Karawanserei, die wir zuvor gesehen hatten:
Zudem ist Akko Partnerstadt von Recklinghausen.
Dermaßen enttäuscht von Audioführungen wollte ich mal wieder eine richtige mitmachen und deswegen fuhren wir am nächsten Tag nach Masada. Auch hierzu hab ich ja schon einiges gesagt, daher hier nur ein Foto.
Und auch im Toten Meer baden waren wir noch...
Zum krönenden Abschluß gingen wir am letzten Tag noch zum Humus-Essen in meinem Stamm-Israeli-Fast-Food-Lokal. Stieß aber nur begrenzt auf Simones Begeisterung...
Aber dennoch: Schee war's, gell?
Zwei Tage später wiederum fuhr ich mit Adir nach Abu Gosh, einer hauptsächlich von Arabern bewohnten Stadt auf dem Weg von Tel Aviv nach Jerusalem. Dort findet in einer Kirche hoch oben am Berg (Church of Notre Dame de l'Arche de l'Alliance) zwei Mal im Jahr ein Festival mit klassischer Musik statt. Ja, Klassik. Ich weiss, ich werde alt. Aber hat mir gefallen. Ich weiss, ich werde alt.
So sah es dort aus...
In diesem Sinne: Roll over Beethoven...Freitag, 12. Juni 2009
Die wahrscheinlich längste nördliche Woche der Welt
Bet She'an ist auch hauptsächlich Steinhaufen, aber ziemlich interessante: Bereits die Ägypter hatten hier Truppen stationiert. Grund war - wie so oft in der Gegend - das Wasser, da hier eine bedeutetnde Quelle lag. Nach einigem geschichtlichen Hin und Her waren es dann mal wieder die Römer, die hier einiges bauten und das auch wieder beeindruckend. Bet She'an lag wohl an einer Verbindung zwischen zwei bedeutenden antiken Handelsstrassen, der Via Maris und dem King's Highway.
Daher gab es dort so einiges, z.B. auch ein Amphitheater:
Im Badehaus (ein solches gehört sich natürlich für eine anständige Römerstadt) war dann wieder ein bemerkenswertes Erlebnis mit deutschen Touristen. Bei ca. 30 Grad im Schatten sagte einer, als er das römische Bad betrat: "Komm, lass uns mal die Heizung anmachen...".
Ende machte der Stadt dann ein Erdbeben, dessen Ergebnisse noch heute sichtbar sind:
Wie in der Grabeskirche mag hier wohl auch keiner aufräumen ;-) Zu guter letzt hab ich dann noch einen Berg erklommen und folgende Aufnahme gemacht:
Auf dem Berg oben waren dann auch noch die Überreste der ägyptischen Siedlung zu finden. In diesen wohnen derzeit Ziegen (bin ziemlich erschrocken, als mich auf einmal ein Ziegengesicht aus einem der Räume anguckte - und nein es war kein Spiegel, ab zu der deutschen Touri-Gruppe...)
Auf meinem Rückweg von Bet Sche'an nach Tel Aviv schaute ich noch an einer Gartenanlage vorbei, welche die Familie Rothschild gesponsort hat: Ramat Ha-Nadiv. War ganz nett - aber der grosse Gärtner bin ich ja nicht. Dafür wars umsonst ;-)
Und danach gings wieder "heim" nach Tel Aviv...
In diesem Sinne: Hoch im Norden... (Wahnsinn, diese Fischköpf...)
Donnerstag, 11. Juni 2009
Nördliche Wochen sind lang...
Auf dem weiteren Weg waren dann noch diverse Vögel und auch Wassergetier zu sehen (Exkurs: Wer kennt das Buch Der Schwarm von Frank Schätzing? Da bohren sich doch am Anfang irgendwelche Viecher in den Meeresboden vor der norwegischen Küste, um Gase freizusetzen - genau so wie ich mir diese Viecher beim Lesen vorgestellt habe, sahen unglaublich häßliche Fische aus, die in den Seen in dem Park herumschwammen...).
Das wars dann aber auch schon wieder - ausgenommen der Tatsache, dass man gebeten wurde, ruhig zu sein, was aber eine israelische Schulklasse samt ihrem Lehrer nur mäßig beeindruckte: Wären die Kinder durch die Gegend plärrten, hatte der Lehrer ein Megaphon mit - damit auch alle seinen Ausführungen lauschen konnten.
Danach fuhr ich nach Banyas, wo im Altertum eine bedeutende Siedlung lag (da direkt an Quellen, die sich aus den Golanhöhlen speisen), heute ist da eine Ruine. Aber durchaus interessant, was damals da so alles rumstand:
Im Gegensatz zu Montfort am gleichen Tag am Morgen waren hier dann wieder deutsche Touristen. Und gleich gefiel mir Montfort noch viel besser. Warum? Kostprobe eines Dialogs: "Schon beeindruckend, was die damals alles gebaut haben!" - "Ja, und die hatten nicht immer ihr Wasserfläschchen [sic] dabei". Aber im Schatten der Bäume und mit den Füssen im Wasser konnte man sich gar nicht aufregen:
Danach ging es weiter zur Festung Nimrod auf den Golanhöhen, also besetztes Gebiet. Libanon ist auch nicht weit weg. Am Eingang - man muss für den Eintritt immer schön bezahlen - fragte mich der Kassenwart, ob ich auch noch nach Banyas wollte. Was sie mir nämlich in Banyas nicht gesagt hatten: Man kann eine Eintrittskarte für beides, Banyas und Nimrod kaufen. Nimrod ist eine Festung, die zur Zeit der Kreuzritter erbaut wurde und immer wieder den Besitzer wechselte:
Vom höchsten Punkt aus gestaltet sich der Blick aufs umliegende Land wie folgt:
Dort waren dann auch weniger Touristen - und die, die da waren, waren hauptsächlich Russen. Wahrscheinlich haben die auch Blödsinn geredet, ich habs nur nicht verstanden. Als dann wieder Busse mit Schulklassen angekarrt wurden, machte ich mich wieder auf den Weg.
Ich wollte eigentlich schon Richtung Tiberias am See Genesareth fahren, als mir ein Hinweisschild auf das Naturreservat Banyas auffiel. Also wieder abgebogen und nochmals Eintritt bezahlt (obwohl ich den eigentlich schon bezahlt hatte, nämlich für den Banyas-Tempel oben, aber die Quittung nicht mehr gefunden habe). Aber der Wasserfall war es dann schon noch wert:
So, genug philosophiert. Danach ging es aber wirklich nach Tiberias am See Genesareth. Nachdem ich mein Hotel Astoria gefunden hatte, aß ich in einem Restaurant am Seeufer einen Petrusfisch. Es waren ziemlich wenig Leute unterwegs, dachte, dass es touristischer wäre. Aber es fuhr alle halbe Stunde ein Partyboot über den See, auf dem Leute tanzten und von welchem laute Musik ans Ufer tönte.
In diesem Sinne: Kreuzberger Nächte sind lang...
Mittwoch, 10. Juni 2009
Die Woche des Nordens - continued...
So, jetzt erzähl ich Euch, warum ich früh ins Bett bin: Montfort ließ mich nicht los – ich wollte auf diese Burg. Daher stand ich in aller Herrgottsfrüh auf und machte mich nach dem Frühstück nochmals auf den Weg in den Nationalpark. Dieses Mal wußte ich ja, wo die Stelle lag, an der es ins Tal hinabgeht, so dass ich direkt davor parken konnte. Trotz der Tatsache, dass es noch nicht so spät war, war es beim Abstieg ganz schön heiß, da schon die ersten Sonnenstrahlen einfielen. Nach ca. 25 min war ich dann im Tal an der „Brücke“, die jeden Tag um 17.00 schließt. Haha. 1. Da schließt gar nix um 17.00 , weil es 2. nix zum Schließen gibt: Brücke ist da keine. Würde auch keinen Sinn machen, da es 3. keinen nennenswerten Fluß gibt – ein paar feuchte Stellen zwischen einem Meer aus Steinen. Dafür sind sie aber sehr um die Sicherheit der zahlreichen Besucher (bislang war mir keine Menschenseele begegnet) besorgt und stellen überall Schilder auf, dass was einstürzen könnte:
Dann geht es aus dem Tal wieder hinauf. Weiterhin keine Menschenseele. Angenehm. Trotzdem liegt Müll rum unangenehm. Sonne steigt gen ihren Zenit. Bin noch im Schatten angenehm. Weg ist geschottert. Angenehm. Der ganze Berg ist mit Bäumen bewachsen, auch links und rechts des Wegs stehen sie. Weg macht eine Biegung. Weiterhin allein. Man geht und geht und geht. Bis man auf einmal vor dem Tor der Burg steht. Ok, es ist - wie immer - nur ein Haufen Steine. Aber man ist alleine dort oben. Mind. 800 m Umkreis ist kein Mensch. Angenehm. Von der Burg ist noch einiges übrig. Allerdings auch mit Graffiti beschmiert. Unangenehm. Aber dort oben kann man dann ganz allein die folgende Aussicht geniessen:
Danach machte ich mich - weiterhin allein - auf den Rückweg ins Tal und von dort wieder hinauf Richtung Auto. Und erst beim Auto war ich nicht mehr allein. Schade. An so eine Ruhe kann man sich gewöhnen. Ich glaube, ich kauf das Ding einfach...
Danach ging es weiter Richtung haHula Nationalpark. Das ist im Grunde ein riesiges Wasserreservoir/Sumpfgebiet, was nach dem zweiten Weltkrieg nahezu komplett trockengelegt wurde, um landwirtschaftliche Flächen zu erhalten. Nur durch die Einrichtung eines Naturschutzgebiets wurde noch etwas dieses Gebiets in seiner ursprünglichen Form erhalten. Mehr davon beim nächsten Mal...
In diesem Sinne: Montfort, hoch in den Bergen von Galiläa...
Montag, 8. Juni 2009
Die Woche des Nordens
Im Preis ist auch eine Filmvorführung enthalten, die es in vielen Sprachen gibt – die Zeiten für die deutsche Version können zwar angekündigt werden, allerdings scheint es nicht genügend Nachfrage zu geben:
In dem präsentierten Film erfährt man, dass Großbritannien – unter dessen Mandat das Gebiet des heutigen Israels sowie der Gaza-Streifen und das Westjordanland bis 1948 standen – während des zweiten Weltkriegs eine Bahnverbindung von Europa bis ins heutige Israel schufen, die eben Rosch haNikra passierte. Zweck war die Versorgung der Truppen. Die Zugverbindung wurde dann aber 1948 durch israelische Untergrundkämpfer unterbruchen, indem diese die Gleise sprengten. Bis heute ist sie unterbrochen.
Die Grotte hingegen ist in der Tat beeindruckend – die Bilder können leider nur einen oberflächlichen Eindruck liefern:
Dort aß ich dann auch – bei herrlicher Aussicht aufs Meer – zu Mittag und sah zum ersten Mal in meinem Leben ein Fahrzeug der UNO live:
Sie überwacht wohl die Einhaltung der Grenzen zwischen Libanon und Israel – vom Norden schießt die Hisbollah ja gerne mal ein paar Raketen, worauf die israelische Armee mal wieder in den Libanon eindringt. Will damit nicht sagen, dass immer die Hisbollah anfängt. Aber friedliches Zusammenleben sieht irgendwie anders aus.
Danach machte ich mich noch auf Richtung der Burgruine Montfort. Der Reiseführer deutete schon an, dass sie nicht ganz leicht zu erreichen sei, allerdings war es dann noch umständlicher als ich dachte. Zunächst gab es nur den Hinweis, dass man den besten Zugang über den Nationalpark Goren Park hätte. Jedoch gab es innerhalb dieses Nationalparks keine Beschilderung, wo sich was befindet, und die Anzahl der Leute, die man hätte fragen können, war auch überschaubar, nämlich 0. Also stellte ich nach einiger Zeit das Mietauto an einem kleinen Rastplatz ab und beschritt einen markierten Wanderpfad in der Richtung, in welcher gemäß der Karte die Ruine sein müsste. Es war ca. 16.00 und immer noch schön heiß. Nach ca. 10 Minuten Wanderung tauchte dann tatsächlich die Ruine auf: Sie steht auf einem Bergvorsprung und ist auf drei Seiten von einem Tal umgeben.
Dieses Tal muss man erst noch durchschreiten, um zur Burg selbst zu gelangen. Allerdings musste ich noch 10 min oben entlanglaufen, um zur Stelle zu gelangen, von der aus man ins Tal absteigen kann. Da es schon spät war und es im Reiseführer hieß, im Tal müsse man eine Brücke durchqueren, die um 17.00 schließt, ließ ich den Ab- und Aufstieg bleiben, da ich nicht glaubte, es in weniger als einer Stunde zu schaffen, runter ins Tal zu steigen, rauf zur Burg, Burg anschauen und wieder runter ins Tal (da muss ich ja über die Brücke). Also machte ich noch ein paar Fotos und fuhr dann in das CarltonHotel in Nahariyya, wo ich ein Zimmer reserviert hatte (Internet ist toll). Und wie es sich für einen Forschungsaufenthalt gehört, fand dort auch eine wissenschaftliche Tagung statt.
Witzig war: Als ich völlig durchschwitzt an der Rezeption stammt, kam ein älterer Herr - offensichtlich ein Teilnehmer der Tagung - mit Mappe unter dem Arm auf mich zu und fragte mich. „Are you at the conference? I'm giving a speech now and can't find my room“. Während ich verneinte und sagte, ich nähme nicht an der Tagung teil, dachte ich: Welche Leute muss der auf dieser Tagung erwarten, wenn er derartige für Wanderungen gekleidete, fertige, durchgeschwitzte Typen wie mich zu den potenziellen Teilnehmern zählt. Ok, ist gar nicht so witzig. (Für Insider: Pffffffffff...)
Nahariyya ist ein Badeort, in den wohl viele deutsche Juden eingewandert sind. Aber deutsch hat dort keiner geredet. Ich war noch was essen und unterhielt mich noch kurz in einer Bar mit einem amerikanischen Typen. Dann ging es bald ins Bett. Warum, erzähl ich Euch im nächsten Eintrag.
In diesem Sinne: Fortsetzung folgt...
Sonntag, 7. Juni 2009
Hinweise der Woche
- Mädels, wenn Ihr George Clooneys Synchronstimme, Martin Umbach, mal live hören wollt: Die nächste seiner Aufführungen "Erhörte Wünsche" findet am Donnerstag, 11.06.09, um 20:00 in der Pasinger Fabrik statt (August-Exterstr. 1, München Pasing, 089 / 82 92 90 79). Hatte ja mal erzählt, dass er das auch mal privat in Tel Aviv gemacht hatte. Empfehlenswert!
- Wer die Geschichte des illegalen Arbeiters aus dem Westjordanland lesen möchte (auf dessen Gerichtsverhandlung ich war), sei auf zwei Artikel verwiesen: [1] [2]
Umfrage der Woche
Nachtrag: Ihr kriegt natürlich auch den Link zur Umfrage...
In diesem Sinne: Wer nicht fragt, bleibt dumm...
Samstag, 6. Juni 2009
Diese Woche mal wieder aufholen...
Am Tag vor der Party waren wir bei der Eröffnung einer Sushi-Bar (Free Sushi!!!) und auf der Party gab es ebenfalls Sushi (Free Sushi!!!). Wenn ich jetzt noch Sushi-Fan wäre...
In der Woche drauf war ich dann mit Adir beim Essen im Azrieli Center, da wo ich mit Marianne auch schon hin bin und wo zu war. Auf dessen oberster Etage befindet sich das Restaurant 2C. Essen ist ganz ok, beim Preis zahlt man halt den folgenden Blick mit:
Am nächsten Wochenende mietete ich mir ein Auto, um den Norden Israels zu erkundschaften. Wobei es nicht das Wochendende war, sondern Montag bis Mittwoch. Automatikschaltung war ja aufgrund meiner Erfahrung jetzt kein Problem mehr. Und dieses Mal hatte ich auch einen Wagen reserviert, so dass das Gesuche entfiel.
Meine erste Station war das Künstlerdorf Ein Hod. Da auch der Verkehr dieses Mal nicht so dicht war wie beim Ausflug mit Thomas, war ich auch relativ schnell dort. Ich parkte auf einem Parkplatz am Ortseingang und ging eine bergab führende Strasse. In den Gärten der Häuser fanden sich zwar Skulpturen wie die folgende:
Allerdings wunderte ich mich doch, dass das Dort als Künstlerkolonie verschrien war - ich hatte es mir wesentlich touristischer vorgestellt. Etwas - aus meiner Sicht in zweierlei Hinsicht - bemerkenswertes ist mir aber doch passiert: Auf einer Bank lagen - einfach so, ohne weiteren Zusammenhang - vier Bücher:
Ok, so weit, so gut, Künstlerdorf, performance halt, komische Leute bzw. ich bin komisch, weil ich nicht verstehe, was sie damit sagen wollen. Was aber dann noch seltsamer war: Die vier Bücher waren deutsch. Und am seltsamsten: Es waren vier Bände aus einer Lexikonreihe, die bei meinen Eltern im Regal stand, als ich noch klein war (Das moderne Lexikon):
Zufall? Schicksalhafte tiefere Bedeutung? Akte X? Das Rätsel ist bis heute ungelöst.
Nach diesem einschneidenden Erlebnis machte ich mich wieder auf die Weiterfahrt, immer noch etwas verwundert, dass man diesem Kaff so eine Bedeutung in allen möglichen Reiseführern beimisst. Bei der Fahrt zurück auf die Hauptstrasse fielen mir dann am Strassenrand eine Menge Busse auf einem Parkplatz auf, die ich bei der Hinfahrt nicht wahrgenommen hatte. Zudem kamen aus einer Strasse eine Menge anhand ihrer Kleidung eindeutig als deutsche Touristen identifizierbare Menschen. Also drehte ich nochmal um, stellte mein Mietauto neben die Busse und kam doch noch in den touristischen Teil von Ein Hod. Dort waren dann eine Menge Ateliers und weitere Kunstwerke. Besonders gefielen mir diese beiden:
So, das soll es mal wieder gewesen sein für heute.
In diesem Sinne: Wer hat an der Uhr gedreht...