Freitag, 1. Mai 2009

Die religiöse Woche, erster Teil

Anfang April war dann Passah oder Pessach - einer der höchsten jüdischen religiösen Feiertage. Da eine Woche später auch noch mal ein Feiertag ist, erinnert diese Woche an die Zeit bei uns zwischen Weihnachten und Neujahr: Viele Leute nehmen Urlaub und fahren durchs ganze Land, um die Verwandtschaft zu besuchen. Dementsprechend war auch die Uni zu.

Am Abend des Passahfests war ich bei Nava und Yossi eingeladen, um den Sederabend mit Ihnen zu verbringen. Auf dem Weg zu ihrer Wohnung stellte ich fest, wie ruhig Tel Aviv sein kann - aehnlich wie bei uns am Weihnachtsabend war es ganz ruhig, der Strand fast verlassen.

Ich war nicht der einzige Gast an diesem Abend, es ist Tradition, dass sich die ganze Familie versammelt und des Auszugs aus Aegypten gedeckt. So war auch Nava und Yossis Tochter sowie Navas Mutter da und noch ein paar Leute, die ich nicht ganz zuordnen konnte. Ein weiterer Kollege Navas, der vor kurzem seine Doktorarbeit abgegeben hat, war mit Frau und Kindern ebenfalls da.

Das Passahmahl an sich wurde dann nicht allzu ernst genommen: Zwar las man gemeinsam die vorgesehenen Stellen (fuer das Passahmahl gibt es Buecher, in denen der von den am Tisch sitzenden festgelegte Text steht - Gott sei Dank hatte Nava auch eine englische Version davon), aber man lachte viel zwischendurch. Zudem wurde auch gesungen - weniger wie bei uns in der Kirche, sondern eher wie beim Fruehschoppen danach :-) .Bei den orthodoxen Juden waere so was angeblich undenkbar - die ziehen wohl auch die ganze Prozedur ueber 4-5 h durch, waehrend wir an dem Abend mit dem offiziellen Teil (in welchem auch an vier Stellen der Konsum von Wein vorgesehen ist) nach 45 min fertig waren. Danach gab es einfach noch unglaublich viel zu essen - mal mehr, mal weniger bekannte Sachen.

Das ganze war dann um 21.30 Uhr auch wieder vorbei. Als Yossi herausfand, dass ich keinen Fernseher in meiner Wohnung habe, "zwang" er mich, das Fussballspiel an jenem Abend anzusehen: FCB gg. FCB... Kein Kommentar: Nur so viel: Als ich die Aufstellung der Bayernabwehr sah, war mir klar, wie der Abend enden wuerde - das haette mit den Spielern kein Trainer der Welt besser machen koennen...

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