Freitag, 8. Mai 2009

Die religiöse Woche, zweiter Teil

In der Woche nach dem Passahfest kam mich dann mein Bruder besuchen.

Und gleich am nächsten Morgen nach seiner Ankunft machten wir den ersten Ausflug. Allerdings war das nicht ganz unproblematisch, da wir hierfür ein Auto mieten wollten. Was wir nicht bedacht hatten bzw. was uns auch nicht in dem Ausmass bewusst war, war die Reisefreudigkeit der Israeli in dieser Woche. Dies zeigte sich zum einen darin, dass in den ganzen Autovermietungen, die man sonst weltweit so kennt (ich mach jetzt mal keine Werbung), kein Auto mehr erhältlich war (die ganzen Autovermietungen in Tel Aviv sind in der Strasse mit den Strandhotels [HaYarkon] aber eben von der Kueste weggewandt. Aber in einer kleinen, privaten Autovermietung hatten wir dann doch noch Glueck. Und bekamen ein Auto mit Automatikschaltung. Wunderbar. Die ersten fünf Minuten dachte ich, dass es irgendwann gewaltig krachen wird. Tat es aber Gott sei Dank nicht.

Wir machten uns von Tel Aviv aus auf den Weg nach Norden. Aber die Auswirkungen der Ferienwoche waren auch hier zu spüren: Die Autobahn war komplett verstopft, ich glaube, dass halb Israel exakt auf dieser Autobahn unterwegs war. So brauchten wir für die 50 Kilometer nach Caesarea - ich erinnere mich nicht mehr genau, aber mit Sicherheit mehr als 1,5 Stunden. Aber dafür wurden wir dann auch mit Kultur entlohnt:


Und das war das Theater, was Thomas so kontemplativ betrachtete:


In einer Arena daneben (eher dem Circus Maximus ähnlich) gab es auch eine Vorführung, in der ständig Pferde durch den Sand jagten.
Danach fuhren bzw. standen wir weiter Richtung Norden und hielten als nächstes in Haifa. Zunächst aßen wir mal was, war ja schon Mittag. Danach schauten wir uns das Bahai-Weltzentrum an, allerdings durften wir nur bis zum ersten Balkon rauf:


Dort hatten wir dann aber eine tolle Aussicht und boten selbst eine solche:


Wer sich jetzt frägt, was es mit diesem Zentrum auf sich hat: Bab ist der Gründer einer Religion, Bahaismus, deren Grundidee ich für ziemlich erstrebenswert achte: Sie lehrt einen abrahamitischen Monotheismus, was v.a. heisst, dass Juden, Christen und Muslime in eine Linie gestellt werden. Zudem sollen andere Religionen nicht missioniert werden. Bauen tun sie ein wenig kitschig, aber die Aussicht ist toll ;-)

Zudem fuhren wir noch mit der Karmelit, der derzeit einzigen U-Bahn Israels, die zudem auch noch bergauf fährt. Allerdings haben wir einige Zeit gesucht, bis wir sie gefunden haben - denn sie wurde als Seilbahn beschrieben - und dann schaut man halt eher in die Luft als in den Boden. Dafür gabs dann oben nen Kaffee und ne tolle Aussicht:


Zu guter letzt machten wir uns dann noch auf den Weg nach Akko. Diese Stadt ist deutlich arabischer geprägt, als alles was ich bislang gesehen habe. Da es schon abends war, waren wohl auch keine Touristen mehr unterwegs. So begegneten wir auf unserem Weg durch die engen Gassen der Stadt auch vielen Arabern. Sollte ich mir vermutlich mal noch bei Tageslicht anschauen:


So, religiös hatten wir ein bisschen, allerdings ketzerisch.

In diesem Sinne: Aufpassen, dass ich nicht bin Losing my religion...

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