Auf dem weiteren Weg waren dann noch diverse Vögel und auch Wassergetier zu sehen (Exkurs: Wer kennt das Buch Der Schwarm von Frank Schätzing? Da bohren sich doch am Anfang irgendwelche Viecher in den Meeresboden vor der norwegischen Küste, um Gase freizusetzen - genau so wie ich mir diese Viecher beim Lesen vorgestellt habe, sahen unglaublich häßliche Fische aus, die in den Seen in dem Park herumschwammen...).
Das wars dann aber auch schon wieder - ausgenommen der Tatsache, dass man gebeten wurde, ruhig zu sein, was aber eine israelische Schulklasse samt ihrem Lehrer nur mäßig beeindruckte: Wären die Kinder durch die Gegend plärrten, hatte der Lehrer ein Megaphon mit - damit auch alle seinen Ausführungen lauschen konnten.
Danach fuhr ich nach Banyas, wo im Altertum eine bedeutende Siedlung lag (da direkt an Quellen, die sich aus den Golanhöhlen speisen), heute ist da eine Ruine. Aber durchaus interessant, was damals da so alles rumstand:
Im Gegensatz zu Montfort am gleichen Tag am Morgen waren hier dann wieder deutsche Touristen. Und gleich gefiel mir Montfort noch viel besser. Warum? Kostprobe eines Dialogs: "Schon beeindruckend, was die damals alles gebaut haben!" - "Ja, und die hatten nicht immer ihr Wasserfläschchen [sic] dabei". Aber im Schatten der Bäume und mit den Füssen im Wasser konnte man sich gar nicht aufregen:
Danach ging es weiter zur Festung Nimrod auf den Golanhöhen, also besetztes Gebiet. Libanon ist auch nicht weit weg. Am Eingang - man muss für den Eintritt immer schön bezahlen - fragte mich der Kassenwart, ob ich auch noch nach Banyas wollte. Was sie mir nämlich in Banyas nicht gesagt hatten: Man kann eine Eintrittskarte für beides, Banyas und Nimrod kaufen. Nimrod ist eine Festung, die zur Zeit der Kreuzritter erbaut wurde und immer wieder den Besitzer wechselte:
Vom höchsten Punkt aus gestaltet sich der Blick aufs umliegende Land wie folgt:
Dort waren dann auch weniger Touristen - und die, die da waren, waren hauptsächlich Russen. Wahrscheinlich haben die auch Blödsinn geredet, ich habs nur nicht verstanden. Als dann wieder Busse mit Schulklassen angekarrt wurden, machte ich mich wieder auf den Weg.
Ich wollte eigentlich schon Richtung Tiberias am See Genesareth fahren, als mir ein Hinweisschild auf das Naturreservat Banyas auffiel. Also wieder abgebogen und nochmals Eintritt bezahlt (obwohl ich den eigentlich schon bezahlt hatte, nämlich für den Banyas-Tempel oben, aber die Quittung nicht mehr gefunden habe). Aber der Wasserfall war es dann schon noch wert:
So, genug philosophiert. Danach ging es aber wirklich nach Tiberias am See Genesareth. Nachdem ich mein Hotel Astoria gefunden hatte, aß ich in einem Restaurant am Seeufer einen Petrusfisch. Es waren ziemlich wenig Leute unterwegs, dachte, dass es touristischer wäre. Aber es fuhr alle halbe Stunde ein Partyboot über den See, auf dem Leute tanzten und von welchem laute Musik ans Ufer tönte.
In diesem Sinne: Kreuzberger Nächte sind lang...
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