Samstag, 20. Juni 2009

Die Woche des Herrn...


Ja, und am Tag darauf kamen dann meine Mama sowie mein Onkel und meine Tante am Flughafen Tel Aviv an. Sie hatten über die KAB Surberg eine 10tägige Pilgerreise in Israel gebucht. Ich traf mich mit Ihnen am Flughafen und konnte 5 Tage mit Ihnen verbringen.
Vom Flughafen fuhren wir dann noch auf den Berg Karmel, wo - es war ja schließlich Pfingstsonntag - gleich der erste Gottesdienst stattfand. Ansonsten ging es an dem Tag dann nur noch ins Kibbuz-Hotel Ginosar. Zu Beginn buchte ich ein Zimmer für den regulären Preis - der war wirklich heftig. Aber am nächsten Tag konnte ich dann den reduzierten Preis der Reisegesellschaft Amiel geniessen - der dann wirklich ok war. Das Hotel war sehr schön, direkt am See gelegen. Frühstück und Abendessen waren sehr gut - alles immer frisch und abwechslungsreich.

Der Wasserstand des See Genesareth liegt derzeit 5 m unter seinem normalen Stand - eine Folge des Wassermangels. Dies kann man an folgendem Bild sehen - vermutlich sollte der abgebildete Steg normalerweise auf Höhe des Wassers bzw. max 1m drüber sein...

Der Wassermangel liegt auch daran, dass aus dem See Genesareth ein grosser Teil der Trinkwasserversorgung in Israel gedeckt wird: Und wenn es nicht regnet, der Konsum aber gleich bleibt, wird der See halt leer. Durch den See Genesareth fliesst ja der Jordan (ja, der mit "übern Jordan gehen"), der ist auch nur noch ein Rinnsal - oder wie es Yann Arthus-Bertrand in seinem (sehr empfehlenswerten Film) Home - formuliert: "The once mighty river Jordan..." Aber zum Baden ist der See ideal: Wasser angenehm warm, und noch wenn man mit den Füßen im Wasser steht, hat einen der warme Wind schon getrocknet...

Und um es kurz zu machen: Ja, ich war mit einer deutschen touristischen Gruppe von Pilgern unterwegs - und mir hat es gefallen. Das touristische Verhalten - ein Bus fährt vor einer Sehenswürdigkeit vor, man schaut sich diese an, fotografiert sie, kauft danach noch Souvenirs, isst bei Bedarf noch was und steigt dann wieder in den Bus ein - wurde durch die interessanten Vorträgen von Karen - unserer schwäbisch-israelischen Reiseleiterin - und von Herrn Weihbischof Dr. Berhnhard Haßlberger sehr erträglich gestaltet. Zum einen kam man immer wieder zur Ruhe, zum anderen war gerade das, was Weihbischof Haßlberger erzählte, sehr interessant: Er zeigte Aspekte an Texten aus dem neuen Testament auf, die mir so bislang nicht bewusst waren. Und das galt sowohl für die Gottesdienste (jeden Tag einer! ;-) als auch für seine Erzählungen zwischendurch.

Tags drauf, also am Pfingstmontag, ging es dann am Morgen nach Nazaret. Zunächst erzählte uns Karen was über das Verhältnis zwischen Christen und Nicht-Christen dort, was wohl nicht immer ganz einfach ist, aber auch nicht zu größeren Auseinandersetzungen führt. Zunächst sahen wir uns dann den Marienbrunnen in der Gabrielskirche an. Diese wurde dort erbaut, wo die orthodoxe Kirche glaubt, dass der Engel Gabriel Maria ankündigte, dass sie den Sohn Gottes gebären soll.


Als anständige Katholiken wissen wir natürlich, dass die Verkündigung eben an der Stelle stattfand, wo auch die Verkündigungsbasilika steht. Dort feierten wir den Pfingstmontagsgottesdienst.


Danach gingen wir noch zur Kirche des Hl. Joseph. In deren "Keller" liegt die Werkstatt des Joseph. Was viele dieser Kirchen gemeinsam haben, dass an den Stellen im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ein Update erfolgte, sprich immer wieder Kirchen an den Stellen errichtet wurden, wo auch vorher schon Kirchen waren. Die letzte Weller dieser Neubauten war im 20. Jhdt, so dass die Kirchen alle relativ modern sind. So also auch bei die des Joseph. Im Untergewölbe sind drei Glasfenster mit drei Stationen aus dem Leben des Hl. Joseph. Vom zeitlichen Ablauf rückwärts gesehen stellen diese dar: Joseph auf dem Sterbebett, die Hochzeit zwischen Joseph und Maria und das im folgenden abgebildete: Die Zweifel des Joseph.

Dieses zeigt einen eben zweifelnden Joseph, weil es ihm natürlich unnatürlich vorkommt, dass seine Freundin ohne sein Zutun schwanger ist. Kommentar meines Onkels: "Do daad i aa zweifehn."

Dann ging es zu einem richtig touristischen Mittagsessen: Der ganze Bus fällt in ein arabisches Lokal ein, die meisten essen Falafel (ausser meinem Onkel), der Bus fällt wieder aus. Vor dem Lokal konnten wir dann folgenden Anblick der Verkündigungskirche geniessen:

Bei genauerem Hinsehen stellt man dann fest, dass der Islam zwar Jesus als Propheten ansieht, aber sie dennoch für Nichtgläubige eindeutige Worte haben:

Nachmittags besuchten wir dann - Überraschung! - wieder eine Kirche, und zwar die Hochzeitskirche zu Kanaan. Ich habe keinen Hochzeitswein mitgenommen - der war einfach zu süß...

In diesem Sinne:
Bei der Hochzeit zu Kanaan,
schleppt der Wirt die leeren Kanna an
Jetzt, Jesus, zoag wos'd' konnst,
dann kriagst an Schoppn Wein umsonst

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