Im Preis ist auch eine Filmvorführung enthalten, die es in vielen Sprachen gibt – die Zeiten für die deutsche Version können zwar angekündigt werden, allerdings scheint es nicht genügend Nachfrage zu geben:
In dem präsentierten Film erfährt man, dass Großbritannien – unter dessen Mandat das Gebiet des heutigen Israels sowie der Gaza-Streifen und das Westjordanland bis 1948 standen – während des zweiten Weltkriegs eine Bahnverbindung von Europa bis ins heutige Israel schufen, die eben Rosch haNikra passierte. Zweck war die Versorgung der Truppen. Die Zugverbindung wurde dann aber 1948 durch israelische Untergrundkämpfer unterbruchen, indem diese die Gleise sprengten. Bis heute ist sie unterbrochen.
Die Grotte hingegen ist in der Tat beeindruckend – die Bilder können leider nur einen oberflächlichen Eindruck liefern:
Dort aß ich dann auch – bei herrlicher Aussicht aufs Meer – zu Mittag und sah zum ersten Mal in meinem Leben ein Fahrzeug der UNO live:
Sie überwacht wohl die Einhaltung der Grenzen zwischen Libanon und Israel – vom Norden schießt die Hisbollah ja gerne mal ein paar Raketen, worauf die israelische Armee mal wieder in den Libanon eindringt. Will damit nicht sagen, dass immer die Hisbollah anfängt. Aber friedliches Zusammenleben sieht irgendwie anders aus.
Danach machte ich mich noch auf Richtung der Burgruine Montfort. Der Reiseführer deutete schon an, dass sie nicht ganz leicht zu erreichen sei, allerdings war es dann noch umständlicher als ich dachte. Zunächst gab es nur den Hinweis, dass man den besten Zugang über den Nationalpark Goren Park hätte. Jedoch gab es innerhalb dieses Nationalparks keine Beschilderung, wo sich was befindet, und die Anzahl der Leute, die man hätte fragen können, war auch überschaubar, nämlich 0. Also stellte ich nach einiger Zeit das Mietauto an einem kleinen Rastplatz ab und beschritt einen markierten Wanderpfad in der Richtung, in welcher gemäß der Karte die Ruine sein müsste. Es war ca. 16.00 und immer noch schön heiß. Nach ca. 10 Minuten Wanderung tauchte dann tatsächlich die Ruine auf: Sie steht auf einem Bergvorsprung und ist auf drei Seiten von einem Tal umgeben.
Dieses Tal muss man erst noch durchschreiten, um zur Burg selbst zu gelangen. Allerdings musste ich noch 10 min oben entlanglaufen, um zur Stelle zu gelangen, von der aus man ins Tal absteigen kann. Da es schon spät war und es im Reiseführer hieß, im Tal müsse man eine Brücke durchqueren, die um 17.00 schließt, ließ ich den Ab- und Aufstieg bleiben, da ich nicht glaubte, es in weniger als einer Stunde zu schaffen, runter ins Tal zu steigen, rauf zur Burg, Burg anschauen und wieder runter ins Tal (da muss ich ja über die Brücke). Also machte ich noch ein paar Fotos und fuhr dann in das CarltonHotel in Nahariyya, wo ich ein Zimmer reserviert hatte (Internet ist toll). Und wie es sich für einen Forschungsaufenthalt gehört, fand dort auch eine wissenschaftliche Tagung statt.
Witzig war: Als ich völlig durchschwitzt an der Rezeption stammt, kam ein älterer Herr - offensichtlich ein Teilnehmer der Tagung - mit Mappe unter dem Arm auf mich zu und fragte mich. „Are you at the conference? I'm giving a speech now and can't find my room“. Während ich verneinte und sagte, ich nähme nicht an der Tagung teil, dachte ich: Welche Leute muss der auf dieser Tagung erwarten, wenn er derartige für Wanderungen gekleidete, fertige, durchgeschwitzte Typen wie mich zu den potenziellen Teilnehmern zählt. Ok, ist gar nicht so witzig. (Für Insider: Pffffffffff...)
Nahariyya ist ein Badeort, in den wohl viele deutsche Juden eingewandert sind. Aber deutsch hat dort keiner geredet. Ich war noch was essen und unterhielt mich noch kurz in einer Bar mit einem amerikanischen Typen. Dann ging es bald ins Bett. Warum, erzähl ich Euch im nächsten Eintrag.
In diesem Sinne: Fortsetzung folgt...
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